Koreas historische Stätten bekommen ungewöhnliche Unterstützung: Vom 24. August bis Ende November testet die Korea Heritage Service je einen KI-Patrouillenroboter im Deoksugung Palast in Seoul und bei den königlichen Gräbern von Seooreung in Goyang.
Die beiden Orte erhalten unterschiedliche Modelle. Auf den vergleichsweise ebenen Wegen von Deoksugung fährt ein vierrädriger Roboter. In Seooreung, wo Steigungen und unebener Boden dazugehören, kommt ein zweibeiniges Modell zum Einsatz. Beide bewegen sich auf vorher festgelegten Routen.
Kameras, Wärmebildtechnik, LiDAR und KI-gestützte Bildanalyse sollen Brände, unbefugtes Betreten und zusammengebrochene Personen erkennen. Bei einem auffälligen Ereignis senden die Roboter Informationen an das Kontrollzentrum und können über Lautsprecher warnen. Sie ergänzen damit menschliche Wachkräfte, ersetzen sie aber nicht.
Ganz neu ist die Idee nicht. Bereits im Februar wurde ein autonomer Roboter im Changdeokgung Palast erprobt und absolvierte dort zwei Monate lang neun Rundgänge pro Tag. Der Spitzname Sunrabot erinnert an die Sunragun, jene Wachtruppen, die während der Joseon-Zeit nachts in der Hauptstadt patrouillierten. Einen offiziellen Eindruck des Systems gibt es hier:
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Für Deoksugung sind während des neuen Testlaufs drei Patrouillen am Tag und sechs in der Nacht geplant. In Seooreung soll der Roboter ebenfalls regelmäßig unterwegs sein. Die genauen Routen werden so gewählt, dass Sicherheit und Denkmalschutz zusammenpassen.
Die Maschinen sind daher weniger als neue Touristenattraktion gedacht, sondern als mobile Sensorplattformen. Gerade nachts können sie Bereiche kontrollieren, in denen Rauch, ungewöhnliche Wärme oder eine am Boden liegende Person schnell bemerkt werden müssen.
Nach Abschluss des Versuchs will die Behörde auswerten, wie zuverlässig die Systeme im echten Betrieb funktionieren. Erst danach dürfte entschieden werden, ob weitere Paläste oder Grabanlagen solche Hightech-Wächter bekommen. Bis dahin bleibt das Projekt ein spannender Test dafür, wie moderne Sicherheitstechnik an jahrhundertealten Kulturstätten eingesetzt werden kann.
