Günstige Unterkunft, gute Lage – und plötzlich stellt sich heraus, dass die Wohnung gar nicht an Touristen vermietet werden darf. In Seoul sorgen nicht registrierte Kurzzeitunterkünfte erneut für Ärger. Einige Angebote richten sich Berichten zufolge gezielt an ausländische Gäste, die die koreanischen Gebäuderegeln kaum überprüfen können.
Ein aktueller Fall aus Seogye-dong nahe der Seoul Station zeigt das Problem. Reisende versuchten dort, mit einem zugesandten Code in ein Gebäude zu gelangen, das offiziell ausschließlich als Bürofläche genutzt werden darf. Mieter berichten, dass mehrere Einheiten trotzdem immer wieder als Ferienwohnungen angeboten würden.
Besonders schwer kontrollierbar sind Inserate, die für koreanische Nutzerkonten gar nicht oder anders angezeigt werden. Manche Gastgeber sollen Gästen außerdem raten, bei Kontrollen nicht zu öffnen oder sich als private Bekannte auszugeben. Solche Anweisungen sind ein deutliches Warnsignal – auch wenn ein Angebot auf den ersten Blick professionell wirkt.
Nach Angaben der Stadt wurden von Januar 2020 bis August 2025 insgesamt 357 nicht registrierte Beherbergungsbetriebe in Seoul festgestellt. 351 davon, also mehr als 98 Prozent, warben über Onlineplattformen. Allein 2025 bearbeitete die Polizei dem Bericht zufolge 95 entsprechende Fälle.
Nicht jede Unterkunft auf Airbnb ist deshalb automatisch illegal. Entscheidend sind Gebäudetyp, Nutzung und die erforderliche Registrierung. Reine Büroflächen und viele sogenannte Officetels dürfen jedoch nicht ohne Weiteres als touristische Unterkunft betrieben werden. Fehlt die Zulassung, können außerdem Fragen zu Brandschutz, Versicherung und Entschädigung entstehen.
Airbnb verlangt für neue Inserate in Südkorea seit Oktober 2024 Angaben zur Registrierung. Ältere Gastgeber mussten ihre Lizenzdaten nachreichen, damit Buchungen für Aufenthalte ab Januar 2026 angenommen werden können. Eine Plattformprüfung ersetzt für Reisende trotzdem nicht den eigenen Plausibilitätscheck.
Vor der Buchung lohnt es sich deshalb, nach Registrierungsnummer und genauer Adresse zu fragen und beides mit dem Inserat abzugleichen. Vorsicht ist geboten, wenn die Wohneinheit kurzfristig gewechselt wird oder Gäste vor Nachbarn und Behörden etwas verheimlichen sollen. Im Zweifel ist eine stornierbare, klar lizenzierte Unterkunft die entspanntere Wahl.
